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Geschichte des Arbeitskreises

Der Arbeitskreis „Geologie der Polargebiete“ wurde 1983 durch Initiative von Dieter K. Fütterer, Hubert Miller und Georg Kleinschmidt gegründet. Erste Sprecher waren Dieter K. Fütterer und Hubert Miller, die 1993 von Hans-W. Hubberten und Hans-J. Paech abgelöst wurden. 2005 wurde der Name des Arbeitskreises aktualisiert und die Leitung wechselte zu Martin Melles und Solveig Estrada.

Die Gründung des Arbeitskreises fällt mit dem Beginn der modernen deutschen geowissenschaftlichen Polarforschung zusammen. Sie erfolgte, nachdem die Bundesrepublik Deutschland dem Antarktisvertrag beigetreten und das Schwerpunktprogramm „Antarktisforschung“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erstmals aufgelegt, das GANOVEX-Expeditionsprogramm der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) initiiert, das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) eingerichtet und das Forschungsschiff „Polarstern“ in Betrieb genommen worden war.

Eine der ersten Aktivitäten war die Ausarbeitung der Strategieschrift „Geologisches Antarktis-Forschungsprogramm für die Jahre 1984-1989“. Damit wurde der Rahmen für die geologischen Landarbeiten in der Antarktis abgesteckt. Daneben leistete der Arbeitskreis Beiträge zur Konzeption der marin-geologischen Forschungsprogramme, die sich zunächst auf das Weddellmeer konzentrierten.

In der Arktis fanden geologische Forschungsarbeiten zunächst im marinen Bereich statt. Nach Messfahrten der BGR seit 1975 an arktischen Kontinentalrändern folgten seit 1983 geowissenschaftliche Arktis-Expeditionen mit dem FS „Polarstern“. Der Arbeitskreis hat als wichtiges Diskussionsforum dazu die Forschungsstrategien mitentwickelt (Strategieschrift „Geologische Erforschung arktischer Meeresräume“, 1984). Geologische Landarbeiten in der Arktis nahmen 1992 mit der ersten Expedition der BGR im Rahmen von CASE (Circum-ArcticStructural Events) ihren Anfang.

Nach der Wiedervereinigung wurden die ostdeutschen Polarforscher in den Arbeitskreis integriert. Sie brachten mit dem Dronning-Maud-Land in der Ostantarktis und der sibirischen Arktis neue regionale Arbeitsziele in den Arbeitskreis.

Neben dieser regionalen Erweiterung nahm die Paläoklimaforschung an Bedeutung zu, denn die Polarregionen wurden als Schlüsselgebiete für das globale Klimageschehen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erkannt. Die neuen regionalen und thematischen Ausrichtungen fanden in der Strategieschrift „Geowissenschaftliche Polarforschung“ (1999) ihren Niederschlag.

Für Klimauntersuchungen in den Polarregionen sind wissenschaftliche Tiefbohrungen ein wesentliches Instrument. Da deutsche Geowissenschaftler an allen wichtigen internationalen Bohrprojekten beteiligt sind, nehmen diese einen wichtigen Platz bei den Arbeitskreistreffen ein.

Die Namensänderung des Arbeitskreises (2005) hebt die zunehmende Vernetzung der beiden geowissenschaftlichen Teildisziplinen in der Polarforschung hervor. Schwerpunkt der geophysikalischen Arbeiten ist die Erforschung der Erdkruste unter Eis- und Meerbedeckung.