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Themen

Thematisch deckt der Arbeitskreis die gesamte Breite der Permafrostforschung von den Polarregionen über das Tibet-Plateau bis zum Gebirgspermafrost ab.

Um dieses breite, disziplinübergreifende Spektrum vertreten zu können, wird der Arbeitskreis Permafrost von zwei Ko-Sprechern geleitet, die jeweils für den Bereich des Gebirgspermafrostes und des polaren Permafrostes stehen.

An der Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung wurde zu Beginn der 1990er Jahre ein Forschungsschwerpunkt zur Erforschung der Periglazialräume eingerichtet. Unter Nutzung der Erfahrungen der ostdeutschen Polarforschung und in Kooperation mit russischen Wissenschaftlern wurden die weiten Permafrostlandschaften Sibiriens ein zentrales Forschungsfeld.

In den arktischen Permafrostgebieten ist etwa ein Drittel des weltweiten organischen Bodenkohlenstoffs gespeichert. Ein Teil davon wird durch Mikroorganismen zu Treibhausgasen wie Methan und Kohlendioxid umgewandelt. Messungen haben gezeigt, dass schon ein geringer Anstieg der Temperatur einen deutlichen Anstieg der Methanbildung bewirken kann.

Um die Veränderungen von Permafrostküsten zu erkunden und die verstärkten Einträge an Sediment, Kohlenstoff und Schadstoffen in die arktischen Küstenmeere und den Ozean abschätzen zu können, wurde mit der Einrichtung eines internationalen zirkumarktischen Netzwerks von Küstenobservatorien begonnen.

An der deutsch-russischen Forschungsstation „Samoylov” im Lena-Delta und auf Spitzbergen wurden Langzeitmessungen durchgeführt, bei denen vor allem die Transportprozesse von Wärme und Wasser in verschiedenen arktischen Ökosystemen untersucht wurden. Zur Landzeiterfassung des Temperaturzustands des sibirischen Permafrosts wurden gemeinsam mit russischen Kollegen mehrere Bohrungen abgeteuft und mit Temperatursonden instrumentiert.

Während zahlreicher Landexpeditionen in die sibirische und die kanadische Arktis sowie nach Alaska werden gefrorene Sedimentsequenzen untersucht, um ein Bild der Permafrostdynamik während vergangener Klimaschwankungen zu erhalten.