Luftaufnahme

 

                                                                                                                                               

Aktuelles

Jüngste Einträge
6.12.2016 Polar Educators International
PEI 2017 in Trento/Italien - Vom 11.-14.04.2017 findet die 3. PEI-Veranstaltung in Trento/Italien statt. Sie wendet sich an Pädagoginnen und Pädagogen, die polare Themen einsetzen (wollen). Mehr.. www.polareducator.org
26.11.2016 Das nächst AK-Treffen findet am 18./19. Mai 2017 in Frankfurt/M. statt.
Berichtsheft zum 40. Treffen in Berlin
26.11.2016 Die 27. Internationale Polartagung findet vom 18. bis 23. März 2018 in Rostock statt.
29.10.2016 Newsletter Oktober 2016 (35)
Themen: DFG-Schwerpunktprogramm 1158 | Ablauf Arbeitskreissitzung | Diskussionsrunde | Neugestaltung der Webseite | Lehrer-Wissenschaftler-Pool
29.10.2016 Lehrerfortbildung - Polar Educators International (PEI)
Master Class - An Introduction to Antarctic Marine Ecosystems
Nov 03-2016 + 04-2016
29.10.2016 Coole Klassen - Tandem WissenschaftlerIn - LehrerIn
Vorstellungsbögen für LehrerInnen/WissenschaftlerInnen
29.10.2016 Lehrerfortbildung - Master Class - An Introduction to Antarctic Marine Ecosystems Nov 03-2016 + 04-2016
20.08.2016 Veranstaltungen - "Die Erforschung der Arktis aus der Luft" Tagung anlässlich des 85. Jahrestages der Arktisfahrt des "Graf Zeppelin" Zeppelin-Museum, Friedrichshafen, 6.-7. Oktober 2016. (Tagungsprogramm)
2.07.2016 STudents Exchange for Polar and earth Science education coordinated by Liceo Fabio Filzi di Rovereto, Trento (Italy)
2.07.2016 Fortbildungsveranstraltungen - Lehrerfortbildung
2.07.2016 Lehrerfortbildung - 9. Arbeitskreistreffen an der Uni Rostock - 15.-18. Sept. 2016
2.07.2016 Newsletter Juni 2016 (34)
21.02.2016 Das nächste Treffen des AK Polargeodäsie und Glaziologie findet vom 07. April 2016 (14:00) bis 08. April 2016 (12:00) in Dresden statt.
20.02.2016 Antrag auf Mitgliedschaft - neu
20.02.2016 40. Arbeitskreistreffen Geologie und Geophysik der Polargebiete - Berlin
20.02.2016 38. Arbeitskreistreffen Geologie und Geophysik der Polargebiete - Berichtsheft

 

Polare Neuigkeiten

 

Die Deutsche Gesellschaft für Polarforschung (DGP) trauert um Prof. Dr. Dietrich Möller, Braunschweig: Kurz vor Beginn der diesjährigen 26. Internationalen Polartagung in München ist der Geodät Dietrich Möller nach schwerer Krankheit am 6.9.2015 verstorben. Die Gesellschaft verliert einen international anerkannten Polarforscher, der von 1976 bis 1996 den Vorsitz unserer Gesellschaft ausgeübt hat und als Träger der Karl-Weyprecht-Medaille (1998) und Ehrenvorsitzender ein unvergesslicher Multiplikator für die Ideen der DGP war. Eine ausführliche Würdigung von Dietrich Möller wird in einem der nächsten Hefte der Zeitschrift „Polarforschung“ erscheinen.

Die Deutsche Gesellschaft für Polarforschung (DGP) trauert um Dr. Dietmar Wagenbach, Heidelberg: Mit dem plötzlichen und unerwarteten Tod von Dietmar Wagenbach am 4. Dezember 2014 hat die deutsche und internationale Polarforschung einen großartigen Kollegen und Polarwissenschaftler verloren. Neben seiner Forschung in den Polargebieten und im Hochalpin hat Dietmar Wagenbach die Gesellschaft durch sein langjähriges Engagement im Wissenschaftlichen Beirat der DGP unterstützt. Eine Würdigung von Dietmar Wagenbach durch Hubertus Fischer und Pascal Bohleber ist im Heft 84/2,2014 (erschienen 2015) der Zeitschrift Polarforschung abgedruckt (S. 93-94).


SPP Antarktisforschung

Seit September 2014 wird das DFG-Schwerpunktprogramm "Antarktisforschung mit vergleichenden Untersuchungen in arktischen Eisgebieten" von der Universität Rostock koordiniert. Neuer Gesamtkoordinator ist Prof. Dr. Ulf Karsten vom Institut für Biowissenschaften, Lehrstuhl für angewandte Ökologie und Phykologie. Unterstützt wird er von der ehemaligen Überwinterin Dr. Julia Regnery.
Mehr... www.spp-antarktisforschung.de




EU-PolarNet bündelt Ressourcen

Mit dem Ziel, ein gemeinschaftliches Polarforschungsprogramm aufzustellen, haben sich 22 europäische Polarforschungseinrichtungen aus 17 europäischen Ländern zu dem Verbund EU-PolarNet zusammengeschlossen. Im Fokus stehen dabei wissenschaftliche Fragen, die auf gesamtgesellschaftlicher Ebene wichtig sind.

-> zum gesamten Text der PM:

-> mehr Informationen: www.eu-polarnet.eu




Das Foto zeigt Dr. Reinhard Flößer,
Direktor des Pfalzmuseums,
Dr. Eberhard Kohlberg und Felix
Riess, Alfred-Wegener-Institut für
Polar- und Meeresforschung, (von
links) bei der Übergabe des Lego-
Modells der Neumayer-III-Station an das Pfalzmuseum am 13.11.2014

Neumayer-III-Modell im Museum

Ein Modell der deutschen Antarktis-Station Neumayer III, das von einer Überwinterungsmannschaft aus Lego-Steinen nachgebaut wurde, ist jetzt Bestandteil des Pfalzmuseums für Naturkunde - POLLICHIA-Museum in Bad Dürkheim. Das 140x70x70 cm große Modell steht noch bis Weihnachten 2014 im Foyer des Museums. Danach wird es im Rahmen der Umgestaltung der ersten Etage des Museums einen dauerhaften Platz bekommen.  
Es ergänzt die Ausstellungsstücke des Museums zu polaren Themen. Durch das Wirken Georg von Neumayers im 19. Jahrhundert beherbergt das Pfalzmuseum u.a. Messgeräte, Urkunden und Fotos aus dieser Zeit sowie ein Modell des Forschungseisbrechers POLARSTERN, einen Audioguide und diverse Präparate polarer Tiere.

Schulklassen, die im Pfalzmuseum einen Polartag erleben wollen, melden sich bei info[at]pfalzmuseum.bv-pfalz.de an (www.pfalzmuseum.de).
Blogbeiträge der Überwinterer zur Entstehungsgeschichte des Modells:
 
- 06.06.2012 - Stein für Stein: Neumayer, die Zweite
- 13.03.2012 - Von Bastlern und Tüftlern




Drei Wissenschaftler auf dem Weg
zu einer Messstation auf dem
antarktischen Meereis.
Foto: Marcel Nicolaus, AWI

SCAR Horizon Scan

Hinter diesem Titel verbirgt sich ein Forschungsprogramm für die zukünftigen 20 Jahre, das die Antarktis und den sie umgebenden Südlichen Ozean zum Ziel hat. Antarktisforscher und Wissenschaftsmanager aus 22 Ländern, die sich für die Forschung in Antarktika einsetzen, haben im disziplinübergreifenden Austausch "80 Fragen an das südliche Ende der Welt" formuliert, die die zukünftigen Themen umfassen.

Das Forschungsprogramm ist Anfang August 2014 im Wissenschaftsmagazin Nature als Comment mit Supplement erschienen. Originalarbeit: Mahlon C. Kennicutt II. et al. 2014: Six Priorities for Antarctic Research. Comment in Nature 512, 23-25

SCAR - The Scientific Committee on Antarctic Research

Deutsches Nationalkomitee SCAR/IASC

AWI - 80 Fragen an das südliche Ende der Welt - Pressemitteilung

 




Cyanobakterien der Gattung Nostoc (Quelle: DLR)

Blaualgen und Biofilme im All

Blaualgen und Biofilme waren wahrscheinlich die ersten Lebewesen auf der Erde. Um ihre Überlebensbedingungen im Weltall zu testen, wurden sie am 23.07.2014 zur ISS gebracht. Unter den Blaualgen sind auch Proben aus der Antarktis nahe der Gondwana-Station der BGR. Dr. Jean-Pierre de Vera vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hatte während des Treffens des AK Geologie und Geophysik der Polargebiete am 8. und 9. Mai 2014 in Hannover über dieses Vorhaben berichtet. Mehr...
(als pdf)


Das Institut für Polarökologie in Kiel

Über 3 Jahrzehnte (1982-2013) lang war das Institut für Polarökologie (IPÖ) der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel ein wichtiger Teil der Geschichte der Polarforschung in Deutschland. Trotz erfolgreicher Arbeiten in Forschung und Lehre beschloss die CAU im Rahmen ihrer umfassenden Strukturreform, das IPÖ Ende 2013 zu schließen. Das Heft 83-1 der Zeitschrift „Polarforschung” widmet sich in 3 Beiträgen der Arbeit des IPÖ.





Orvinfjella im Luftbildvergleich 1939
 und 2009

Hinweise auf Klimawandel in der Ostantarktis?

In Heft 82-2 (2012) der Zeitschrift Polarforschung erschien von Karsten Brunk und Christoph Höbenreich eine Arbeit zu einem Vergleich von Luftbildern aus einem Gebiet im Dronning Maud Land. In ihrer Zusammenfassung zum Vergleich der Situation von 1939 und von 2009 in dem Gebiet zwischen Mühlig-Hofmann-Gebirge im Westen und Wohlthat-Massiv im Osten schreiben die Autoren: „...Die mit dem Klimawandel der letzten Jahrzehnte verbundene globale Temperaturerhöhung hat im Untersuchungsgebiet nicht zu einem erkennbaren Rückgang der Vergletscherung geführt. Wegen des dort herrschenden arid-hochpolaren Klimas ist bei einer Erwärmung eher mit einer Zunahme an Schneeniederschlag zu rechnen, was dann auch regional und lokal zu einer stärkeren Schneebedeckung und Vergletscherung führen würde. ...” - zum Artikel (PDF 5 MB)


ANTARCTICA DAY 01.12.2013

On December 1 is Antarctica Day. That's an international initiative led by Our Spaces - Foundation for the Good Governance of International Spaces (http://www.ourspaces.org.uk/) in the UK, partnering with APECS, Polar Educators International, PolarTREC, International Polar Foundation, Gateway Antarctica, International Association of Antarctic Tour Operators, eBIRD the British Antarctic Survey to celebrate the spirit of international peace and scientific cooperation that the signing of the Antarctic Treaty in 1959 represented http://www.apecs.is/outreach/antarctica-day/antarctica-day-2013

There will be lots of activities around the world especially in school with two great central activities of flags and books created on Antarctica (http://www.apecs.is/outreach/antarcticaday/antarctica-day-2013/antarctica-day-2013-activities-worldwide) (http://www.apecs.is/outreach/antarctica-day/antarctica-day-2013/antarctica-day-2013-flags-and-books.

Mehr... AK-Polarlehrer_Newsletter_29__11.2013


Aktivitäten in Deutschland

ANTARCTICA – naturgewaltig
Öffentlicher Vortrag in Bad Dürkheim, 01.12.2013 -
11.00 h

Eisige Welten im Auge einer Fotografin Am Sonntag, dem 1. Dezember 2013 um 11 Uhr lädt das Pfalzmuseum für Naturkunde –POLLICHIA-Museum in Bad Dürkheim zu einem öffentlichen Vortrag ein. Faszinierende Eislandschaften und atemberaubende Tierbegegnungen – die Fotografenmeisterin Melanie Hubach präsentiert in ihrem Vortrag beeindruckende Bilder, die sie von ihrer Traumreise zum südlichsten Teil der Erde mitgebracht hat.
Mit dem Expeditionsschiff MS Fram reiste sie im Bereich der Antarktischen Halbinsel bis zum Südpolarkreis. Begeistert von der für Menschen lebensfeindlichen Antarktis fand sie als Fotografin bei jeder Wetterlage spannende Motive.
(Mehr: AK-Polarlehrer_Newsletter_29__11.2013).




(Quelle: AWI)

FactSheets zum IPCC-Weltklimabericht 2013

Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung hat zu 3 Themen, die in der Debatte um den Klimawandel immer wieder eine große Rolle spielen, den Stand der Forschung in 3 FactSheets zusammengestellt:
- die Meereisentwicklung in den Polarregionen
- die möglichen Folgen einer wärmer werdenden Arktis für das Weggergeschehen in Mitteleuropa
- die Entwicklung der Eisschilde Grönlands und der Antarktis

Weitere Informationen zum 5. Weltklimabericht des IPCC.

 


Die DGP trauert um Jörg Ehlebracht
„Ende Juli erreichte uns völlig unerwartet die traurige Nachricht, dass Dr. Jörg Ehlebracht - seit der Internationalen Polartagung 1998 in Bern Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Polarforschung - am 15. Juli 2013 in Bielefeld nach jahrelanger, zuletzt schier unerträglicher Krankheit verstorben ist. ...” Eine Würdigung von Jörg Ehlebracht durch Georg Kleinschmidt, Dieter K. Fütterer und Martin Melles ist im Heft 82-2 (2012) der Zeitschrift Polarforschung abgedruckt (S. 139/149). Zum Artikel ...


Die DGP trauert um Eberhard Fahrbach
„Am 21. April 2013 ist nach chancenlosem Kampf gegen eine schwere Krankheit das Mitglied unseres Wissenschaftlichen Beirats, der physikalische Ozeanograph Dr. Eberhard Fahrbach von uns gegangen. Er starb im Alter von 65 Jahren - viel zu früh. ...” Eine Würdigung von Eberhard Fahrbach durch Eva-Maria Pfeiffer, für den Vorstand der DGP, ist im Heft 82-2 (2012) der Zeitschrift Polarforschung abgedruckt (S. 137/138). -> zum Artikel

 





20 Jahre Beobachtung der Meereisbedeckung im zentralen Arktischen Ozean

Systematische Untersuchungen des Meereises in der zentralen Arktis begannen 1991 mit der Internationalen Nordpolar-Expedition ARCTIC 91. Die Autoren zeigen anhand von Beispielen die Weiterentwicklung der Messtechniken im Laufe von 20 Jahren. Dierking, W. and Haas, C. (2012) Advances of Sea-Ice Observations since ARCTIC 91. Polarforschung 82(1), 1-18 Originalbeitrag (62 MB) Download (epic.awi.de/31713/1/Polarforschung_82_1_2-18.pdf)



Wie fossile Moleküle helfen können, Klimamodelle zu verbessern

Das markanteste Merkmal des Arktischen Ozeans ist seine Eisbedeckung - noch. Viele Paläoklimastudien nicht nur zur Entwicklung in der Arktis, sondern auch in anderen Regionen zeigen, dass der momentan beobachtete Klimawandel kein neues Phänomen ist. Hinzugekommen ist der Mensch. Anders als vor Jahrtausenden und Jahrmillionen wird die Erde mittlerweile von 7 Milliarden Menschen bewohnt. Die mit dem Einrückgang verbundenen ozeanischen und atmosphärischen Veränderungen tragen auch zum überregionalen Klimawandel bei und beeinflussen somit die Ökologie, die Ökonomie und schließlich auch das Migrationsverhalten ganzer Nationen. Müller, J. (2012) Wie fossile Moleküle helfen können, Klimamodelle zu verbessern. Polarfoschung 82 (1), 87-91 Originalbeitrag (7,7 MB) Download (epic.awi.de/31718/1/Polarforschung_82_1_87-91.pdf)





Kieselalgen Fragilariopsis cylindrus (Foto: G. Dieckmann; Quelle: www.awi.de)

Natürliches Frostschutzmittel garantiert Überleben im Eis

Die Kieselalge Fragilariopsis cylindrus hat sich einen der extremsten Lebensräume der Welt ausgesucht. Sie gedeiht im Meereis der Arktis und Antarktis. Sie besiedelt die kleinen Kanäle und Hohlräume, die bei der Bildung von Meereis entstehen. Im extremsten Fall kühlt sich das Wasser dort auf bis zu minus 20 Grad Celsius ab. Die Alge wappnet sich mit einem so genannten Antifrost-Eisweiß dagegen.
In dem Bildausschnitt liegen neun Fragilariopsis cylindrus-Algen nebeneinander. Jede der Zellen enthält zwei Chloroplasten, in denen sie durch Photosynthese Energie gewinnen. In der Seitenansicht misst die Schale einer Fragilariopsis cylindrus etwa 15 Mikrometer. Drei Algen aneinandergereiht passen also in den Durchmesser eines Haares. Mehr...





Lufteinschlüsse in einem Eisbohrkern (Foto: S. Kipfstuhl; Quelle: www.awi.de)

Ozeane sind in Eiszeiten CO2-Senken

Unter normalen klimatischen Bedingungen ist die Temperatur auf der Erde an den CO2-Gehalt in der Luft gekoppelt. In den Eiszeiten der vergangenen 800.000 Jahre war die atmosphärische CO2-Konzentration aber deutlich niedriger als in den nachfolgenden Warmphasen. Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung haben zusammen mit Wissenschaftlern der Universitäten Bern und Grenoble herausgefunden, dass sich das CO2 in den Tiefen der Ozeane ansammelt.
Das Bild zeigt Lufteinschlüsse in einem Dünnschliff eines Eisbohrkerns. Die Analyse dieser jahrtausende akten Luft lässt Rückschlüsse auf die Gaszusammensetzung in der Erdgeschichte zu, so beispielsweise den Gehalt an Kohlenstoffdioxid. Mehr... AWI / Pressemitteilung vom 29.03.2012



Eismassen und Isostasie
(Quelle: www.gfz-potsdam.de)

 



Schweremessungen zeigen: Grönland verliert Eismasse

Den Gletscherschwund auf Grönland haben die hochgenauen Messungen der GRACE-Zwillingssatelliten (Gravity Recovery and Climate Experiment) inzwischen nachgewiesen und quantifiziert. Zwischen 2002 und 2011 verlor der grönländische Eisschild bis zu 240 Gigatonnen Masse. Das entspricht einem Meeresspiegelanstieg von etwa 0,7 mm pro Jahr. Der Datensatz der GRACE-Mission ermöglicht ein bisher unerreicht genaues Bild der Erdanziehungskraft. Damit können auch Massendifferenzen im Grönlandeis nachgewiesen werden. Möglich ist das, weil die Anziehungskraft der Erde direkt von ihrer Masse abhängt. Ändert sich die Eismasse Grönlands, so ändert sich dort auch die Anziehungskraft.

Wird der Eisschild Grönlands „leichter”, dann drückt er die Landmasse auch nicht mehr so tief nach unten. Das ist das Prinzip der Isostasie. Während der letzten Eiszeit lag über Nordamerika und Skandinavien ein kilometerdicker Eispanzer. Seit dem Wegschmelzen dieser Eismassen hebt sich hier die von der Eislast befreite Erdkruste bis heute in die Höhe. Das führt dazu, dass im Erdinneren, im Erdmantel, Masse nachfließt. Mit GRACE lässt sich diese glazial-isostatische Anpassung erstmals als Änderung der Geoidhöhe global präzise erfassen. Eiszeiten wirken also lange nach, wie das heute noch unter Nordamerika und Skandinavien zu beobachten ist. Mehr...

Ingo Sasgen et al., Timing and Origin of Recent Regional Ice-Mass Loss in Greenland. in: Earth and Planetary Science Letters (EPSL), doi: 10.1016/j.epsl.2012.03.033, Volumes 333-334, Pages 293-303.



Deutschland-BHV
(Quelle: www.awi.de)

 

100 Jahre Zweite deutsche Antarktisexpedition

Am 31. Januar 1912 erreichte Wilhelm Filchner mit dem Forschungsschiff „Deutschland” bei fast 78 Grad Süd eine bis zu 20 Meter hoch Eisbarriere - das nach ihm benannte Filchner-Ronne-Schelfeis in der Antarktis. Das Forschungsschiff liegt heute in Bremerhaven vor Anker. Im Südwinter 1912 steckte das zunächst als Walfänger genutzte Schiff im zentralen Weddellmeer im Eis fest. Auch wenn das Schiff keine nennenswerte Eisbrechfähigkeit besitzt, überstand es die Eispressungen und kam im November 1912 frei. Mehr...


Baumstammstücke auf einem Kohleflöz aus dem Paläogen, Gegend am Split Lake, Ellesmere Island, Kanada (Foto: M. Dolezych)

 

Fossile Riesenbäume nördlich des Polarkreises

Im Nordosten Kanadas wurden weit nördlich des Polarkreises teilweise sehr gut erhaltene Baumstämme von Koniferen gefunden, die bis zu 9 m hoch waren. Sie stammen aus einer Zeit vor 40 bis 65 Millionen Jahren, als es dort etwa 10 Grad Celsius wärmer war als heute, wie Expeditionsleiter Dr. Lutz Reinhardt von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover erklärt. Damals war die Arktis von Wäldern bedeckt, wie sie heute in den gemäßigten Breiten vorkommen. Die Baumstämme wurden während der BGR-Expedition CASE 12 entdeckt. Die Geologin Dr. Martina Dolezych vom Forschungsmuseum Senckenberg in Dresden war den Bäumen nördlich des Polarkreises schon ein zweites Mal auf der Spur. Bereits in der CASE-11-Expedition hatte sie 2008 gut erhaltene Baumreste gefunden. In diesem Jahr fand sie in kohligen Ablagerungen zum Teil sehr gut erhaltene Hölzer, bei denen sogar die Jahresringe noch zu erkennen waren. Mehr...

 


Eisscholle im Arktischen Ozean
(Bild: www.awi.de)

Arktis: Weniger Meereis führt zu kalten, schneereichen Wintern in Mitteleuropa

Auch wenn die aktuelle Wetterlage scheinbar dagegen spricht: Die Wahrscheinlichkeit für kalte, schneereiche Winter in Mitteleuropa steigt, wenn die Arktis im Sommer von wenig Meereis bedeckt ist. Taut im Sommer das arktische Meereis besonders stark ab, wie in den letzten Jahren beobachtet, kommt es zur Verstärkung zweier wesentlicher Effekte: Zum einen legt das Verschwinden der hellen Eisoberfläche den dunkleren Ozean frei, wodurch sich dieser im Sommer unter Sonneneinstrahlung stärker erwärmen kann (Eis-Albedo-Rückkopplung). Zum anderen kann das zurückgegangene Eis nicht mehr verhindern, dass im Ozean gespeicherte Wärme an die Atmosphäre abgegeben wird (Deckel-Effekt). Durch die geringere Meereisbedeckung wird somit insbesondere im Herbst und Winter die Luft stärker als in früheren Jahren erwärmt, denn in dieser Zeit ist der Ozean wärmer als die Atmosphäre. Mehr ...

 




Schmelzender Permafrost bildet Seen in der arktischen Tundra (Foto: K. Piel, von www.awi.de).

Klimaforschung - Kompetenzen bündeln

Forschung in Zeiten des Klimawandels muss ihre Kompetenzen bündeln. Das geschieht auf verschiedenen Ebenen. Beispiele sind das Projekt PAGE21, die European Climate Research Alliance und eine Initiative von Helmholtz-Zentren und Universitäten zur Bündelung von Expertise, um regionale Klimamuster zu entschlüsseln. Mehr..



Crozet-Inseln

Albatrosse profitieren von veränderten Umweltbedingungen

In den letzten 20 Jahren konnten Wanderalbatrosse (Diomedea exulans), die auf den Crozet-Inseln brüten, von veränderten Luftströmungen im Südpolarmeer profitieren. Sie benötigen weniger Zeit für die Nahrungssuche und konnten dadurch auch an Gewicht zulegen. Mehr...


Bathymetrische Karte des Arktischen Ozeans (von http://www.ibcao.org) mit Stromungsmuster der Oberflache und Meereisdrift im Arktischen Ozean (von http://www.amap.no). Blaue Pfeile = kalte Oberflachenstromungen bzw. Eisdrift; rote Pfeile = warme Oberflachenstromungen.

 

Grönland-Vereisung

Von verschiedenen Seiten entschlüsseln Wissenschaftler die Vereisungsgeschichte Grönlands, deren Zeitrahmen auch mit der plattentektonischen Situation auf der Nordhalbkugel seit dem Beginn des Tertiärs vor etwa 65 Millionen Jahren zusammenhängt. Die Bathymetrische Karte des Arktischen Ozeans stammt aus einer Arbeit von Thiede et al. 2011, in der die Autoren zu dem Ergebnis kommen, dass Grönland mindestens seit 18 Millionen Jahren fast durchgängig vereist war. Gregor Knorr und Ko-Autoren verglichen verschiedene Datensätze und konnten nachweisen, dass die Vereisung Grönlands in den vergangenen 800.000 Jahren starken klimatischen Schwankungen unterlag, die sowohl mit Klimadaten aus Zentralchina als auch aus der Antarktis übereinstimmen. Mehr...


Arktisches Ozonloch 2011

Arktisches Ozonloch und Klimawandel

Im Frühjahr 2011 hatte sich über der Arktis ein Ozonloch gebildet, das mit dem über der Antarktis vergleichbar ist. Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung haben herausgefunden, dass diese Entwicklung auch mit langfristigen Veränderungen des Klimasystems zusammenhängt. Die Abbildung zeigt die Dicke der Ozonschicht über der Arktis Anfang April 2011. Der violette Bereich über der zentralen Arktis, Teilen Skandinaviens und Russlands zeigt die Lage des arktischen Ozonlochs in diesen Tagen. Hier entspricht die Dicke der Ozonschicht nur noch etwa 2,5 mm reinen Ozons, verteilt über die Luftschicht in 10 bis 30 km Höhe. Normal wären Werte um 4 mm, wie sie um das Ozonloch herum in dem grün/roten Bereich auftreten. Mehr...

 


Veränderungen im Süßwassergehalt des Arktischen Ozeans in den Jahren 2006-2008 im Vergleich zu 1992-1999. Negative Werte der Salinität (Salzgehalt) sind in den Farben Gelb, Blau und Grün dargestellt und bedeuten eine Abnahme (Grafik von B. Rabe, Quelle: www.awi.de).

Die Arktis verändert sich

Im Sommer 2011 war das arktische Meereis genauso stark abgeschmolzen wie im Rekordjahr 2007, in dem die Meereis-Ausdehnung auf 4,3 Millionen Quadratkilometer zurückgegangen war. Auch die Dicke des Meereises hat sich gegenüber 2007 nicht verändert - es ist zu dünn und zu jung. Allerdings gab es lokale Veränderungen. In der Laptewsee beispielsweise, wo es im September 2007 bereits zu neuer Meereisbildung gekommen war, betrug die Wassertemperatur im September 2011 in zehn Metern Tiefe 3°C - zu warm, damit sich Meereis bilden kann. Mehr...

 




Die 9-Meter-Antenne an der
Antarktisstation O'Higgins arbeitet
selbst bei extremem Wind
(Quelle: www.dlr.de).

20 Jahre Satellitenempfangsstation GARS O'Higgins in der Antarktis

Der europäische Erdbeobachtungssatellit ERS-1 hatte 1991 zu wenig Speicherplatz an Bord. Als „externer Speicher” wurde die Satellitenempfangsstation GARS O'Higgins auf der Schmidt-Halbinsel am Nordzipfel der antarktischen Halbinsel eingerichtet. Eigentümer und Betreiber der Station ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Aktuell empfängt die Antenne der Station die Daten der Radarsatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X, für spezielle Anwendungen und in Notfällen wird das O'Higgins-Team auch für die Satelliten GRACE1 und GRACE2 aktiv. Mehr...

 





Cucullea raea

El Niño-Phasen in 50 Millionen Jahre alten Muscheln nachgewiesen

Bereits vor 50 Millionen Jahren gab es das El Niño-Phänomen im Südpazifik, das durch einen signifikanten Rhythmus von zu warmem und zu kaltem Oberflächenwasser gekennzeichnet ist, die so genannte El Niño-Southern Oszilation (ENSO). Das fanden Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) zusammen mit Kollegen aus Deutschland und den USA bei der Untersuchung von Muschelschalen heraus, die auf der westantarktischen Insel Seymor Island gefunden wurden. -> Mehr...



 

Als die Antarktis aufgeteilt wurde

Brandon Luedtke hat die Konsequenzen des 7. Internationalen Geographischen Kongresses in Berlin 1899 auf die Antarktisforschung untersucht (Deviding Antarctica: The Work of the Seventh International Geographical Congress in Berlin 1899; Polarforschung 80 (3), 178-180, 2010/erschienen 2011).
Aus der Zusammenfassung: ... Um die Ziele der Antarktisreisen zu organisieren und zu leiten, formulierten die Delegierten 1899 auf dem Kongress ein Forschungsprogramm, das rund um die strikte Trennung des Einsatzgebietes jeder Nation strukturiert war. Dieser Artikel will zeigen, wie diese Aufteilung des antarktischen Raumes, obwohl er von den Wissenschaftlern typischerweise als bezeichnenden Schema für den Wunsch nach internationaler Zusammenarbeit angesehen war, die tieferen internationalen Spannungen und kaiserlichen Prioriäten verriet, welche die Antarktis-Angelegenheiten in den Jahren zwischen den Konferenzen in London (1895) und Berlin (1899) beeinflussten.

 



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Herkunft des arktischen Bodenwassers

Anhand von Sauerstoffisotopen haben Dorothea Bauch und Koautoren die Herkunft des arktischen Bodenwassers verfolgen können (The Arctic Shelf Regions as a Source of Freshwater and Brine Enriched Waters as Revealed from Stable Oxygen Isotopes, Polarforschung 80 (3), 127-140, 2010/erschienen 2011). Aus der Zusammenfassung: Die Wassermassen der arktischen Schelfregionen sind maßgeblich durc h den Eintrag von Flusswasser und Prozessen der Meereisbildung und Schmelze bestimmt. Die δ18O-Signatur und der Salzgehalt des Wasser kann über eine Massenbilanz zur Quantifizierung der verschiedenen Süßwasserquellen genutzt werden, da Flusswasser relativ zu Meerwasser im δ18O-Signal stark abgereichert ist.

 


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Grönland seit mindestens 18 Millionen Jahren vereist

Untersuchungen von Sedimentbohrkernen aus dem Nordatlantik belegen, dass Grönland in den vergangenen 18 Millionen Jahren fast fortlaufend von Eis bedeckt war. Jörn Thiede und Koautoren haben Tiefseebohrkerne aus der Framstraße und vor Südgrönland ausgewertet (Millions of Years of Greenland Ice Sheet History Recorded in Ocean Sediments; Polarforschung 80 (3), 141-159, 2010/erschienen 2011).
Aus der Zusammenfassung: ... Wir benutzen die Vorkommen von grobem, eisbergtransportiertem ,terrigenen Detritus (IRD) in quartären und tertiären Tiefseebohrkernen, die im Umfeld von Grönland geborgen worden sind, um Rückschlüsse auf das Vorhandensein von Gletschern und Eisschilden zu ziehen, von denen die Eisberge kalbten. ... Der Zeitpunkt und der genaue Ort des Einsetzens der Vergletscherung/ Vereisung Grönlands sind ungelöste wissenschaftliche Fragen, denen man sich aber über neue Tiefseebohrungen im Umfeld von Grönland, vor allem im nördlich angrenden Nordpolarmeer nähern könnte.

 




Quelle: BMU

 

Deutsches Engagement für den Weißen Kontinent

Mit diesem Titel hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit eine Broschüre herausgegeben. Sie nimmt auf 30 Jahre Konsultativstatus Deutschlands im Antarktisvertrag Bezug. Die Broschüre kann hier kostenlos bezogen werden.


 

Nachwuchswissenschaftler präsentieren Forschungsergebnisse

Während des 11. International Symposium on Antarctic Earth Sciences, das vom 11. bis 15. Juli 2011 in Edinburgh (Schottland) stattfand, haben 4 Nachwuchswissenschaftler aus der DGP Ergebnisse ihrer Forschungsarbeiten vorgestellt . Sie erhielten von der DGP für diese Reise einen Reisekostenzuschuss . -> Mehr (PDF)

Mit der DGP zur Antarktis-Konferenz
in Edinburgh.
 

Das Heft 2-2011 (80. Jg.) der Zeitschrift "Polarforschung" enthält 6 Beiträge mit Ergebnissen der GANOVEX IX-Expedition 2005/06:

Damaske & Läufer: Contributions to the Reconstruction of the Break-up History of Gondwana from a Northern Victoria Land Perspective: The GANOVEX IX Campaign 2005/06

Läufer, Lisker & Phillips: Late Ross-orogenic deformation of basemtn rocks in the northern Deep Freeze Range, Victoria Land, Antarctica: the Lichen Hills Shear Zone

 

Schöner, Bomfleur, Schneider, Viereck-Götte: A systematic description of the Triassic to Lower Jurassic Section Peak Formation in North Victoria Land (Antarctica)

Bomfleur, Schneider, Schöner, Viereck-Götte & Kerp: Fossil sites in the continental Victora and Ferrar groups (Triassic - Jurassic) of North Victoria Land, Antarctica

Lisker & Läufer: Thermochronological research in northern Victoria Land (Antarctica): a key to the final pre-desintegration paleogeography of Panthalassian Gondwana

Läufer, Damaske & Lisker: Neogene tectonics in the Edisto and Tucker Inlet region and its correlation with offshore magnetic anomalies north of Cape Adare, northern Victoria Land, Antarctica

 


 

 

100 Jahre Filchner-Expedition in die Antarktis

Am 6. Mai 1911 verließ die 2. deutsche Antarktisexpedition auf dem Schiff "Deutschland" Bremerhaven. Sie stand unter der Leitung von Wilhelm Filchner. Es kam zu einer Überwinterung im Weddellmeer, da das Schiff am 15. März 1912 vom Eis eingeschlossen wurde. Erst am 26. November 1912 löste sich die "Deutschland" aus dem Eis und nahm Kurs auf Südgeorgien, wo sie am 19. Dezember 1912 vor Anker ging. Mehr...


sonneneinstrahlung

(Quelle: T. Laepple- AWI)
Erdparameter und Klima

Eisbohrkerne enthalten mehr Informationen zum Klima, das zur Zeit der Entstehung des Eises geherrscht hat, als bisher vermutet wurde.
Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven haben bei der Rekonstruktion der Klimabedingungen die Erdparameter mitberücksichtigt, die in charakteristischen Zyklen schwanken. 

Die Verteilung der Sonneneinstrahlung im Laufe der Jahreszeiten verändert sich langfristig durch die Neigung der Erdachse (Obliqzität), das Taumeln der Erdachse (Präzession) und die Abweichung der Bahnellipse von einem Kreis (Exzentrizität). Werden diese Parameter in die Modellrechnungen einbezogen, so können die Temperaturschwankungen in der Antarktis durch lokale Klimaänderungen erklärt werden und müssen nicht notwendigerweise mit Klimaänderungen auf der Nordhalbkugel zusammenhängen. -> PDF

 


 

rinke


Oberflächennahe Ozeanströmung in der
Arktis (aus AMAP 1998, Abb. 2.20)
Atmosphäre und Arktischer Ozean

Im Heft 80.1-2010 der Zeitschrift Polarforschung befassen sich drei Beiträge mit Themen zu Beziehungen zwischen Atmosphäre und Ozean.
Rüdiger Gerdes und Ursula Schauer gehen auf den Rückgang der Meereisbedeckung im Arktischen Ozean ein (Thin Ice on Top of a Warm Ocean - the Changing Arctic Ocean). Meereisausdehnung und Meereisdicke sind wesentliche klimarelevante Parameter. Zunehmend dünneres Eis auch im Winter ist eine der Voraussetzungen für eine weitere Reduzierung der Ausdehnung im folgenden Sommer. Weniger und dünneres Eis ermöglicht zudem, dass mehr Sonneneinstrahlung im Ozean absorbiert wird.

Gleichzeitig kann dadurch die vermehrte Wärme des Ozeans leichter an die Atmosphäre abgegeben werden. Das führt zu Verschiebungen der Luftdruck- und -temperaturverteilung und die Witterungsbedingungen ändern sich.
Annette Rinke, Klaus Dethloff, Rüdiger Gerdes und Wolfgang Dorn beleuchten das komplexe Zusammenspiel von Atmosphäre und Meereis in der Arktis (The Complex Interplay of Atmosphere and Sea Ice in the Arctic). Die sich ändernde atmosphärische Zirkulation ist einer der Haupteinflussfaktoren für arktische Meereisveränderungen. Ändert sich die großskalige Zirkulation auf der dekadischen Zeitskala (z.B. verschiedene Phasen der Nordatlantischen Oszillation NAO), dann hat das Einfluss auf die großräumige Meereisdrift, wodurch sich Änderungen in der arktischen Meereiskonzentration und -dicke ergeben.
Dörthe Handorf, Klaus Dethloff, Sascha Brand und Matthias Läuter erklären die Mechanismen für das dekadische Pulsieren der Atmosphäre (The Pulse of the Atmosphere - Decadal Ups and Downs). Im globalen Maßstab unterliegt die atmosphärische Zirkulation weit reichenden Fernbeziehungen (Telekonnektionen). Das globale Muster von Hoch- und Tiefdruckmustern auf Meeresspiegelniveau und die Temperaturverteilung haben sich in den Jahren 1949 bis 2009 signifikant verändert. Auf Messdaten aus diesem Zeitraum aufbauende Modellrechnungen sollen dabei helfen, diese komplexen Vorgänge besser zu verstehen und in Klimamodelle zu integrieren.
-> Gerdes & Schauer (http://epic.awi.de/Publications/Ger2010g.pdf) = 2,2 MB
-> Rinke et al. (http://epic.awi.de/Publications/Rin2010d.pdf) = 12 MB; PDF 0,4 MB angehängt
-> Handorf et al. (http://epic.awi.de/Publications/Han2010c.pdf) = 5,5 MB


 

Stratowolke


Polare Strato-Wolke: Polare Stratosphärische
Wolken sind Bindeglieder zwischen
Ozonabbau und Klimaveränderungen
(Foto: Ross J. Salawitch, University of
Maryland).







Dramatischer Ozonabbau über der Arktis

Die Arktis steuert auf einen Rekordverlust des Spurengases Ozon zu, wie das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung berichtet.
Das belegen Messungen eines Internationalen Netzwerks aus über 30 Ozonsondierungsstationen, die über die gesamte Arktis und Subarktis verteilt sind. In den letzten Wochen wurde in dem für die Ozonkonzentration entscheidenden Höhenbereich der arktischen Atmosphäre bereits etwa die Hälfte des Ozons zerstört. Da die meteorlogischen Bedingungen für diesen ungewöhnlich starken Ozonabbau weiter andauern, rechnen die Wissenschaftler in den nächsten Wochen mit weiteren Ozonverlusten.

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www.awi.de




Der Satellit GRACE
(Quelle: www.gfz-potsdam.de)

Einfluss von El Niño auf Eismassenschwankungen des Westantarktischen Eisschildes

Die Schwerefeldmission GRACE (Gravity Recovery and Climate Experiment) hat auch Eismassenschwankungen des Westantarktischen Eisschildes registriert. Forscher des Deutschen GeoForschungsZentrums Potsdam (GFZ) konnten nachweisen, dass in zwei Regionen in der Westantarktis, die an den Pazifischen Ozean grenzen, Fließgeschwindigkeiten extrem sind und die Gletscher kontinuierlich an Masse verlieren. Mehr...

 

 





Im Eislabor: An dem angeschnittenen Bohr-
kernstück des TALDICE-Eisbohrkerns aus
ca. 800 m Tiefe sind deutlich die einge-
schlossenen Luftblasen zu erkennen
(Foto: S. Kipfstuhl, AWI)
Klimaentwicklung am Ende der letzten Eiszeit

In einem 1620 m langen Eisbohrkern aus dem Rossmeersektor der Antarktis konnte die auf der Nord- und der Südhalbkugel gegenläufige Klimaentwicklung (so genannte "bipolare Wippe") seit dem Ende der letzten Eiszeitmit einer hohen zeitlichen Auflösung nachgewiesen werden. Der Eisbohrkern stammt vom Talos Dome und wurde von einem internationalen Bohrteam aus fünf europäischen Ländern (Italien, Frankreich, Deutschland, Schweiz und Großbritannien) unter logistischer Leitung des italienischen "Nationalen Programms für Antarktisforschung" gewonnen.

Von deutscher Seite brachte das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung seine Expertise zur Analyse von Eisbohrkernen ein. Mehr...


 

 



Baumgrenzenökoton (Picea engelmannii, Abies lasiocarpa) auf dem Westhang der Colorado Front Range in rund 3600 m Höhe.
Im oberen Bereich des Ökotons nimmt die Baumhöhe rasch ab (Foto: F.K.H.,
4. September 1977)
Untersuchungen zur Baumgrenze in arktischen Breiten bzw. Hochgebirgen

Seit den 1970er Jahren breitet sich der Baumwuchs wieder nach Norden bzw. in den Hochgebirgen in größere Höhen aus. Diese Verlagerung der Baumgrenze wird im Gebirge und in Subarktis/Arktis-Regionen zu grundlegenden Veränderungen der Landschaften führen, die auch wirtschaftliche Folgen haben werden. Über ihre Untersuchungen "Altitudinal and Polar Treelines in the Northern Hemisphere - Causes and Response to Climate Change" berichten
Friedrich-Karl Holtmeier und Gabriele Broll vom Institut für Landschaftsökologie der Universität Münster im Heft 79 (3) der Zeitschrift "Polarforschung" (S. 139-153, 2009 erschienen 2010).
"Polarforschung", Heft 79/3, Hol2010e.pdf


 



Der russiche Ministerpräsident Wladimir Putin
ließ sich von den Wissenschaftlern im
Lena-Delta verschiedene Untersuchungen
zeigen (Foto: Thomas Opel, AWI)
Stärkung der sibirischen Permafrostforschung

Ein Besuch von Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin der Forschungsstation Samoylow im Lena-Delta, die vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung betrieben wird, hat zu einer Stärkung der Permafrostforschung in der sibirischen Arktis geführt. Mehr...
AK Permafrost in der Deutschen Gesellschaft für Polarforschung





Centrum für Geodätische Erdsystemforschung (CGE) gegründet

Die Bayerische Akademie der Wissenschaften, die TU München und die Deutsche Geodätische Kommission (DGK) haben zusammen mit dem Deutschen Geodätischen Forschungsinstitut (DGFI) das "Centrum für Geodätische Erdsystemforschung" gegründet.

Aufgabe ist die Bündelung der Forschungen zu den physikalischen Prozessen, die den globalen Wandel begleiten. Dies geschieht durch Messung der Veränderungen in der festen Erde, den Ozeanen, den Eiskappen und der Atmosphäre sowie die Analyse dieser Veränderungen. Einer der Unterzeichner des Kooperationsvertrages ist Reinhard Dietrich, ehemaliger Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Gesellschaft für Polarforschung, in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Deutschen Geodätischen Kommission. Reinhard Dietrich lehrt an der TU Dresden. Mehr...

 

 

Die Meereisbedeckung des Nordpolarmeeres
nach Satellitenaufzeichnungen am 20.06.2010
(Quelle: AWI)

Meereisdicke im Nordpolarmeer

Wenige Wochen vor dem Stichtag am 12. September, an dem seit 1979 per Satellitenbeobachtung die minimale Ausdehnung des arktischen Meereises festgehalten wird, fi ndet vor der Nordküste Grönlands die Messkampagne TIFAX (Thick Ice Feeding Arctic Export) statt. (1) Die Wissenschaftler um Prof. Dr. Rüdiger Gerdes vom Alfred-Wegener-Institut für Polarund Meeresforschung interessieren sich vor allem für die Dicke des mehrjährigen Meereises vor der Nordküste Grönlands. Mehr...



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DGP-Buchtipp



Titelbild Amundsen.
Ein biografisches Portrait
(Quelle: www.herder.de)

Amundsen. Ein biografisches Portrait

Pünktlich zum 100. Jahrestag der Erreichung des Südpols durch Roald Amundsen erschien die von Cornelia Lüdecke (DGP-Mitglied und Leiterin des Arbeitskreises Geschichte der Polarforschung) verfasste Biografie, die das Leben Amundsens episodenhaft nachzeichnet. Der Norweger wird darin als rastloser Polarforscher beschrieben, der die meiste Zeit seines Lebens damit beschäftigt war, für seine Expeditionen in die Polargebiete - und diese vor allem in die Arktis - die nötigen finanziellen Mittel aufzutreiben. Der Wettlauf zum Südpol war zwar der Höhepunkt seiner Polarforscherkarriere, aber sein Herz schlug für die Arktis.
Lüdecke würdigt darüber hinaus auch seine Einflüsse auf die moderne Erforschung der immer noch unwirtlichen Polargebiete, insbesondere die Entwicklung eines Sonnenkompasses, denn nach an den Polen funktioniert der normale Magnetkompass nicht. Das Buch schließt mit der Beschreibung des letzten Tages seines Lebens, als Amundsen aufbrach, um den mit seinem Luftschiff verunglückten Nobile zu suchen - es war der 18. Juni 1928 . Verlag Herder, 12,95 Euro

The Third Reich in Antarctica - Cornelia Lüdecke and Colin Summerhayes

Laptev Sea system and adjacent Arctic Seas

Aus der russich-deutschen Zusammenarbeit in der Arktisforschung, die 1991 mit einer ersten Expedition in die Laptev-See begann, entstand das vorliegende Buch.
Zur Vorbereitung der ersten TRANSDRIFT-Expedition, organisiert vom AARI in St. Petersburg und dem GEOMAR in Kiel, fand im Mai 1993 eine gemeinsame Konferenz statt, auf der die Laptev-See-Region als Ziel der gemeinsamen Forschungen ausgewählt wurde. Dieses Gebiet stellt ein einzigartiges Natursystem dar und ist eine Schlüsselregion für das Verständnis vieler Besonderheiten des heutigen Zustands der Umwelt und des Klimas der Arktis, der Rolle und Mechanismen des Einflusses der Region auf die Wasser- und Eiszirkulation im Arktischen Becken sowie des Einflusses regionaler Prozesse auf das Klima des Nordens.
Kassens, Heidemarie; Lisitzin, A.P.; Thiede, J.; Polyakova, Ye.I.; Timokhov, L.A.; Frolov, I.E. (eds) Sistema morya Laptevykh i prilegayushchikh morey Arktiki: sovremennoye sostoyaniye i istorya razvitiya / System of the Laptev Sea and the Adjacent Arctic Seas: Modern Environments and History of Development. Moscow: MSU Press, 2009, 640 pp. ISBN 978-5-211-05716-6. 1257 Rubel / 33 EUR Bestellung über http://www.ozon.ru/context/detail/id/5040322/

 

antarctica

Kurze Zeit nach dem Antarktis-Kongress ISAES X im August 2007 in Santa Barbara ist nun der Band mit den wissenschaftlichen Beiträgen als gebundenes Buch erschienen. Wer in Santa Barbara nicht dabei sein konnte, hat damit die Möglichkeit, die durchweg interessanten Keynotes nachzulesen. Mehr...

 

broadPeak Broad Peak. Traum und Albtraum - Auf den Spuren von Hermann Buhls letzter Expedition Am 9. Juni 1957 gelingt vier Österreichern - Hermann Buhl, Kurt Diemberger, Marcus Schmuck und Fritz Wintersteller - die sensationelle Erstbesteigung des 8047 m hohen Broad Peak. Drei Wochen später stürzt Hermann Buhl am benachbarten Siebentausender Chogolisa tödlich ab. Mehr...










Der Geologische Kalender 2008 - Die Polargebiete der Erde

Die „Enden der Welt" am Nord- und am Südpol der Erde könnten nicht unterschiedlicher sein - sowohl zueinander als auch zu den Lebensräumen, die wir kennen. Der Nordpol ist (noch) von Meereis bedeckt, der Südpol liegt unter dem Kontinent Antarktika, der (wohl noch eine ganze Weile) von einem dicken Eispanzer verhüllt ist. Das war nicht immer so und wird sich in geologischen Zeiträumen auch wieder ändern.

Der Geologische Kalender 2008 macht Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Polargebiete der Erde deutlich. Sie sind seit Millionen von Jahren durch extreme Klimabedingungen geprägt, sie prägen aber auch das globale Klimasystem entscheidend mit. Auf jeweils 6 Blättern werden vor allem solche Phänomene in der Arktis und in der Antarktis vorgestellt, die die Verbindung Geologie + Klima aufgreifen. Dabei wird er der Frage nachgehen, was passiert, wenn das Eis der Antarktis schmilzt - wie es auf dem Titelbild angedeutet wird, das im Rahmen eines Schülerwettbewerbs gestaltet wurde. Auf jeder Kalenderblattrückseite werden die Phänomene und die Prozesse, die zu ihrer Entstehung geführt haben, allgemein verständlich erläutert.

>>Infos & Bestellungen bei der DGG

DGP 2011