International Polar Year 2007/2008
Deutsche Kommission |
Lehrer-Aktivitäten |Studenten-Expeditionen
| Vorträge und Ausstellungen | Polare
Texte
IPY - offiziell beendet, aber es geht weiter
Mit einer kleinen Abschlussfeier
im (zu der Zeit noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglichen) Klimahaus
in Bremerhaven wurde das Internationale Polarjahr 2007/2008 in Deutschland
am 28. Februar 2009 offiziell beendet. Rund 120 Wissenschaftler, Lehrer,
Schüler und an den Polargebieten Interessierte erlebten in einer von Henning
Scherf moderierten Veranstaltung mehrere virtuelle Reisen in die Polargebiete
der Arktis und Antarktis.
Auch wenn das IPY nun nach 24 Monaten beendet ist, gilt dies nicht für
die zahlreichen Projekte, die während der vergangenen zwei Jahre auch
von deutschen Wissenschaftlern koordiniert und durchgeführt wurden (mehr
bei www.ipy.org).
Nun geht es daran, die gewonnenen Daten auszuwerten und verfügbar zu machen.
Im Sommer 2010 ist eine erste IPY-Konferenz in Oslo geplant, auf der erste
Ergebnisse vorgestellt werden sollen. Für 2012 ist eine Synthese-Konferenz
in Kanada vorgesehen, wo es auch um Handlungsstrategien für Politik und
Wirtschaft gehen soll. Die Hauptproblematik hierzu ist sicher die vorhersehbare
weitere Reduzierung der sommerlichen Meereisausdehnung und die daraus
folgenden Veränderungen von Lebensräumen, Infrastrukturen und Seefahrtsrouten
im besiedelten Hohen Norden der Arktis.
Viele Mitglieder der DGP sind an IPY-Projekten beteiligt oder haben sie
geleitet und koordiniert. Das Deutsche Komitee für das Internationale
Polarjahr 2007/08 hat während des IPY in den Zeitschriften Geographische
Rundschau und Polarforschung über verschiedene Projekte und Aktivitäten
von deutscher Seite berichtet. Diese Texte stehen als PDF zur Verfügung.
Darin geht es u.a. um:
|
Bei www.DGP-EV.de gibt es bei Aktuelles außerdem
einen Beitrag zur Untersuchung eines Stücks Europa in Nordamerika (->
DGP-Mitglieder untersuchen ein Stück
Europa in Nordamerika). Insbesondere die Lehrer-Aktivitäten im IPY
werden auch in den kommenden Jahren weiterbetrieben. In der DGP hat sich
der Arbeitskreis
Polarlehrer gegründet.
Folgen zum Internationalen Polarjahr:
(Folgen 1-5 in Geographische Rundschau; Folgen 6-25 in Polarforschung)
1 - Zur Geschichte
der Internationalen Polarjahre
2 - Der deutsche Beitrag
zum Internationalen Polarjahr
3 - Wissenstransfer
in die Öffentlichkeit
4 - Das Internationale
Polarjahr im internationalen Zusammenhang
5 - Evolution und Biodiversität
6 - Wetter und Klima
in Polarregionen
7 - Die "Bipolare
Klimamaschine" (BIPOMAC)
8 - Coole Klassen
- Schulprojekte im Internationalen Polarjahr
9 - Klimabohrung in
der Antarktis - ANDRILL
10 - Langfristige
Klimabeobachtungen in der Arktis - DAMOCLES
11 - Globale Klimasteuerung
durch regionale Tektonik -
Das
Projekt PLATES & GATES (Plate Tectonics and Polar Gateways in Earth History)
12 - Das Projekt
AURORA BOREALIS
13 - Wissenskommunikation
im Polarjahr
14 - Die indigenen
Völker im Hohen Norden Russlands
15 - "Volkszählung
des marinen Lebens in der Antarktis"
Das Buch zur Volkszählung in den Ozeanen: "Schatzkammer Ozean"
von
D.T. Crist, G. Scowdroft und J.M. Hardins (Springer-Verlag
Heidelberg)
ISBN 978-3-8274-2371-9, gebunden 39,95 EUR
16 - Das Projekt
AGAP (Antarctica's Gamburtsev Province)
17 - Kinder-Forschungswerkstatt
des Pfalzmuseums für Naturkunde - POLLICHIA-Museum
18 - Geowissenschaftliche
Observatorien in den Polargebieten -
Das
Projekt POLENET (Polar Earth Observing Network)
19 - Junge Wissenschaftler
im Permafrost
20 - Der Arktische
Ozean - Status und Zukunft
21 - Studenten-Expeditionen
im Internationalen Polarjahr (StudEx)
22 - Permafrost und
der globale Klimawandel
23 - Die neue Antarktisstation
Neumayer III
24 - Das neue Flugzeug
POLAR 5
25 - Das Internationale
Polarjahr 2007/08 - Der deutsche Beitrag
Das Internationale Polarjahr 2007/08
Am 1. März 2007 begann das Internationale Polarjahr 2007/08 (IPY) nach
mehrjähriger Vorbereitung mit einer zentralen Veranstaltung in Paris.
In Deutschland begann es mit einer Auftaktveranstaltung in Berlin. Der Vorsitzende
der Deutschen Kommission für das Internationale Polarjahr, Prof. Dr.
Reinhard Dietrich, bei der Eröffnungsveranstaltung in Berlin am 1. März
2007.
| Das IPJ ist eines der größten
Forschungsprogramme der Geschichte, in dessen Rahmen rund 50.000 Teilnehmerinnen
und Teilnehmer mit einer unvergleichlichen logistischen Unterstützung
die Arktis und Antarktis untersuchen werden. Es wird vom Internationalen
Wissenschaftsrat (International Council for Science ICSU) und der Weltorganisation
für Meteorologie (World Meteorological Organization WMO) organisiert.
Am IPJ 2007/08 sind 63 Nationen beteiligt. |
![]() |
Über 1000 Projektvorschläge wurden in 228 internationalen und
multidisziplinären Leitprojekten zusammengefasst, die die Basis für
die Forschungsaktivitäten
im IPJ darstellen. (IPY Wabendiagramm mit allen 228 Leitprojekten)
Besonderer Wert wird beim IPY darauf gelegt, dass die Menschen, die in den Polargebieten leben, nicht nur der Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen sind, sondern als Teilnehmer aktiv bei der Gestaltung und Umsetzung der Arbeiten mitwirken. In diesem Zusammenhang ist auch zu verstehen, dass das IPY in starkem Umfang die Gesellschafts- und Lebenswissenschaften einschließt, wobei die Gesundheit von Mensch und Tier ebenso von Projekten behandelt wird wie die Geschichte und das traditionelle Wissen der arktischen Bevölkerung. Ein weiteres Ziel ist es, die Aufmerksamkeit der Menschen der ganzen Erde auf die Polargebiete zu lenken.
Selbst unter Zusammenführung aller Kräfte und logistischen Kapazitäten ist es nicht möglich, alle Messungen und Beobachtungen, die beide Polargebiete über den saisonalen Wechsel überdecken sollen, in einem Jahr durchzuführen. Deshalb entschloss man sich, das IPJ von März 2007 bis März 2009 dauern zu lassen. Durchgehende Messungen von Satelliten, Stationen und autonomen Systemen spielen eine wichtige Rolle, um den Mangel an Gleichzeitigkeit ausgleichen zu können.
Das Internationale Polarjahr 2007/08 hat drei Vorgänger:
Das 1. Internationale
Polarjahr 1882-1883 fand ohne den Mann statt, der es auf den Weg gebracht
hatte. Carl Weyprecht (Informationen
zu Carl Weyprecht), der den Grundstein für die systematische moderne
Erforschung der Polargebiete gelegt hatte, starb am 29. März 1881.
Deutsche Wissenschaftler beteiligten sich mit zwei Expeditionen: Auf Baffin Island (Nordost-Kanada) wurden im Kingua-Fjord und auf der Inselgruppe South Georgia im Südatlantik je eine Station für meteorologische und magnetische Messungen betrieben. Insgesamt nahmen an den Untersuchungen vom 1. August 1882 bis 31. August 1883 elf Länder mit zwölf Stationen in der Arktis und zwei Stationen auf der Südhalbkugel teil.
Das 2. Internationale Polarjahr 1932-1933 ging wieder auf einen deutschen Vorschlag zurück. Es sollte sich noch stärker als das erste auf die Erfassung meteorologischer und magnetischer Daten konzentrieren. Trotz finanzieller Probleme nahmen zwischen dem 1. August 1932 und dem 31. August 1933 Teilnehmer aus 44 Ländern teil, die insgesamt 27 Beobachtungsstationen in der Arktis betrieben. Von deutscher Seite wurden Routinemessungen intensiviert und einige Wissenschaftler nahmen an Arktis-Expeditionen anderer Länder teil (zur Geschichte der Internationalen Polarjahre).
Das Internationale Geophysikalische Jahr 1957-1958 umfasste auch die beiden Polargebiete und gilt deshalb ebenfalls als Internationales Polarjahr. Der Zeitraum wurde auf 18 Monate verlängert, um in beiden Polarregionen ein komplettes Jahr für Untersuchungen zur Verfügung zu haben. Zwischen dem 1. Juli 1957 und dem 31. Dezember 1958 nahmen 67 Nationen mit etwa 4000 Stationen teil. In dieser Zeit wurden vor allem auf dem antarktischen Kontinent neue Beobachtungsstationen eingerichtet, z.B. die US-amerikanische Station McMurdo, die heute das Eingangstor in diesen Sektor der Antarktis ist. Direkte politische Konsequenz der wissenschaftlichen Programme war der Antarktisvertrag, der im Jahr 1959 von zunächst zwölf Ländern ausgehandelt wurde (zur Geschichte des Internationalen Geophysikalischen Jahres; Aktuelle Informationen zum IPJ).
Halbzeit im Internationalen Polarjahr
Deutsche Kommission für das Internationale Polarjahr 2007/2008
Der deutsche Beitrag zum Polarjahr wird von der Deutschen Kommission für das Internationale Polarjahr koordiniert.
Vorsitzender:
Prof. Dr. Reinhardt Dietrich
Institut für Planetare Geodäsie
TU Dresden
Mommsenstraße 13
D-01062 Dresden
e-mail: dietrich@ipg.geo.tu-dresden.de
www.polarjahr.de/Deutsche-Kommission.17.0.html
Stehend (von l nach r): Tilmann Mohr, Detlef Damaske, Franz Tessensohn, Eberhard
Fahrbach, Reinhardt Dietrich, Jörn Thiede, Marietta Weigelt, Klaus Dethloff,
Karsten Gohl,
davor: Rainer Lehmann, Rainer Gersonde
![]()
Lehrer-Aktivitäten
Um das Wissen über die Besonderheiten der Polargebiete auch jungen Menschen
zu vermitteln, wurde - u.a. mit Unterstützung durch die Deutsche Gesellschaft
für Polarforschung - das Projekt "Coole Klassen" gestartet. Im Rahmen dieses
Projekts können Lehrer direkt an wissenschaftlichen Expeditionen in die Polargebiete
teilnehmen und die dort gewonnenen Erkenntnisse in ihrem Unterricht verwerten.
Schulklassen können aber auch "zu Hause" polare Themen behandeln. Die einzelnen
Aktivitäten können aktuell bei www.polarjahr.de
nachgesehen werden.
|
Studenten-Expeditionen
Ausgehend von dem Ziel, den wissenschaftlichen Nachwuchs vor Ort an die Polarforschung
heranzuführen, wurden speziell für das Internationale Polarjahr 2007/08 Studenten-Expeditionen
eingerichtet. Das Projekt wurde in der Vorbereitungsphase u.a. von der Deutschen
Gesellschaft für Polarforschung unterstützt. Von 4 geplanten Expeditionen
konnte bisher eine erfolgreich durchgeführt werden.
Im Januar 2008 hatte eine Gruppe von 10 Studenten die Möglichkeit, auf King
George Island (Westantarktis) zu forschen. Es ging um terrestrische Biologie,
Geologie und marine Ökologie. Bei www.uni-jena.de/antarktistagebuch
kann eine Dokumentation dieser Expedition eingesehen werden.
Vorträge und Ausstellungen
| München März bis Mai 2008 |
Abenteuer Eisscholle. Eine Expedition ins antarktische Packeis.
Fotoausstellung und Vorträge![]()
| Frankfurt Januar - März 2008 |
Das Internationale Polarjahr in Frankfurt - Austellungen/Vorträge (pdf)
Das 4. Internationale Polarjahr in Frankfurt / PDF (IPJ-Frankfurt) Dauerausstellung Leben am Polarkreis im Deutschen Ledermuseum Offenbach ab 15. April 2007
| Hamburg Juni 2007 bis 26. April 2008 |
Das Internationale Polarjahr. Ein Hamburger Beitrag zur Antarktisforschung
![]()
Die Deutsche Gesellschaft für Polarforschung
e.V. führt im Rhythmus von 2 1/2 Jahren internationale Tagungen durch.
